Hamburger Friedhof soll wieder hergerichtet werden

(Kropp, 12.12.2012) Die Kropper CDU hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die in der Zeit von 1942 bis 1949 in die Kropper Diakonie zwangsverlegten und verstorbenen Hamburger Bürgerinnen und Bürger durch die Pflege ihrer Ruheorte auf dem Dorffriedhof und dem sogenannten „Hamburger Friedhof“ in einem Waldstück südlich der Gemeinde aufrecht zu erhalten.

Am 16. März 1942 konfi szierte die Wehrmacht die Kropper Anstalt mit dem Ziel,
kranke und behinderte Bewohnern der Hamburger Wohlfahrtsanstalten des damaligen
Hamburger Senats nach Kropp zu verlegen. Die ursprünglichen Kropper Patienten wurden entweder in Konzentrationslager gebracht, ins Nazi-Euthanasieprogramm
genommen oder mit oftmals ungewissem Schicksal einfach „nach Hause gesandt“.

Leider endete auch für viele der neuen Bewohner aus der Hansestadt Hamburg die Verschickung nach Kropp mit dem Tode: In den Jahren von 1942 bis 1949 starben mehr als 1.000 Insassen, viele von ihnen an Unterernährung oder aufgrund unzureichender ärztlicher Pflege. Etwa 400 von ihnen fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Kropper Dorffriedhof. Dort erinnern ein Gedenkstein, gestiftet vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, und ein schlichtes
Holzkreuz an ihr Martyrium. Für mehr als 600 Hamburger Bürger war auf dem
Dorffriedhof jedoch kein Platz mehr und sie wurden anonym in einem am Südrand
von Kropp gelegenen Waldstück in Massengräbern beigesetzt, das die Bezeichnung
„Hamburger Friedhof“ erfuhr. Ein schlichtes Holzkreuz und ein Gedenkstein
der Gemeinde Kropp, gesetzt 1992, erinnern an ihr Schicksal.

Der Ortsverband der Kropper CDU hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, diesen Hamburger Friedhof zusammen mit der Stiftung Diakoniewerk Kropp, dem Bauhof der Gemeinde, der gGmbH Ochsenweg und der zuständigen Forstverwaltung Ascheffel wieder so herzurichten, dass den Toten ein würdevolles Gedenken bereitet und Besuchern dieser beiden Orte die Folgen des unmenschlichen Handels in der damaligen Zeit in Erinnerung gehalten werden kann.

Traditionell am Vortag des Volkstrauertages pflegen Mitglieder des CDU-OV Kropp das „Hamburger Kreuz“ auf dem Dorffriedhof und legen zur Erinnerung an die mehr als 1000 Toten Hamburger Bürgerinnen und Bürger ein Gesteck nieder. (Foto und Text: H. Schwien)

- Auszug aus Region Kropp-Stapelholm aktuell / Dezember 2012 / Januar 2013 Nr. 10 - 5. Jahrgang -

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