Stolze Storcheneltern zeigen sich

(Bergenhusen, 11.05.2015) Erste Küken in Bergenhusen geschlüpft! Einige Nester noch leer: Schlechtes Wetter auf Flugrouten verzögert Rückkehr der Tiere aus Afrika!

Die Freude ist groß: In Bergenhusen sind die ersten Storchenküken geschlüpft. Hin und wieder schauen sie schon mal neugierig über den Nestrand, unbequeme Arbeiten wie die Nahrungssuche überlässt der Nachwuchs aber noch den stolzen Eltern.

So viel Glück wie die Bergenhusener haben nicht alle: In einigen Orten sind die sonst besetzten Nester leer geblieben. Hoffnung auf Nachzügler gibt es jetzt kaum noch. Die ersten Störche kamen schon Mitte Februar, mussten aber auf ihre Brutpartner warten, die erst im März erschienen. Ein Großteil der Frühzieher (etwa 60 Prozent der Rückkehrer) hat in Spanien überwintert. Das Zugverhalten dieser Störche, die auch „Westzieher“ genannt werden, weil sie sonst über Spanien nach Afrika in ihre Winterquartiere ziehen, hat sich seit Jahren verändert. Der Auslöser dafür ist bisher nicht bekannt. Doch innerhalb von 30 Jahren hat sich die Population der Störche in Spanien im Winter auf zirka 60 000 verzehnfacht. Die Störche finden dort auf den Mülldeponien im Haushaltsmüll genug Nahrung.

Die „Ostzieher“, also jene Störche, die über die Türkei, Israel und Ägypten in ihre Winterquartiere in der Sahelzone fliegen, kehren etwa ab Ende März in die Brutgebiete zurück. Dieses Jahr verzögerte sich ihre Rückkehr jedoch um Wochen. So sind von Mecklenburg bis Ostpreußen noch einige Nester frei. Vielleicht werden sie noch bis Mitte Mai besetzt. „Unsere Senderstörche kamen sehr spät an. Erkennbar waren längere Ruhepausen unterwegs. Die Störche hatten in der Türkei und Südosteuropa mit dem Wetter zu kämpfen“, so Storchenexperten Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut in Bergenhusen. Auch Senderstorch Peter erschien erst jetzt auf seinem Nest, das zusammen mit der dreimaligen Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner und dem Nabu auf dem Dach des Instituts erneuert wurde. Er flog auf Umwegen über Masuren, Danzig und an der Ostseeküste in sein Nest auf dem Michael-Otto-Institut. Das Problem dabei: Ein großer Teil der späten Rückkehrer brütet nicht.

Fachleute vermuteten, dass die Überwinterer in der Sahelzone schlechte Futterbedingungen hatten und deshalb weniger Störche zurückflogen. Kai-Michael Thomsen, der die mit Sendern ausgerüsteten Störche betreut, konnte dies aber nicht bestätigen. „Die klimatischen Voraussetzungen und die Ernteergebnisse in der Sahelzone waren für die Störche sehr gut und sie flogen rechtzeitig ab. Es wird wohl am Wetter auf der Strecke gelegen haben. Sehr wohl sind die klimatischen Bedingungen in dieser Zone ausschlaggebend für Population und Überlebensrate unserer Störche in Nordeuropa. Langfristig wird die Klimaveränderung auch hier ihren negativen Einfluss haben.“

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind aktuell nur 25 Nester belegt, im Vorjahr waren es 34. „Wir rechnen nicht mehr mit weiterem Zuzug. In Loop bei Krogaspe gab es eine Neubelegung“, so der Storchenbetreuer Jürgen Lustig. Auch er schließt sich der Meinung an, dass die Unwetter in der Türkei und Syrien ausschlaggebend sein könnten. Er weist außerdem darauf hin, dass in Syrien und im Libanon aus purer Jagdlust massenweise Störche auf dem Durchzug abgeschossen werden.

Neuerdings haben auch die Nilgänse Interesse gefunden an den Storchennestern und streiten sich um die Kinderstube. Oft sind die Störche die Verlierer dieser Situationen.


> Weitere Informationen gibt es im Internet unter stoercheimnorden.jimdo.com

Auszug vom 11. Mai 2015
aus der Redaktion der Landeszeitung

Zum Bild: Foto Steinhagen
Die Storcheneltern passen auf ihren Nachwuchs auf. Die Küken sind allerdings noch so klein, dass sie über den Rand des Nestes kaum herausspähen können.

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