Jahreshauptversammlung von „Kuno e.V.“

(Norderstapel, 19.04.2014) Der Verein „KUNO e. V.“ (-Kulturlandschaft nachhaltig organisieren-) hielt in Norderstapel seine JHV ab. „KUNO“ kümmert sich um die Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie auf den privaten Grünlandflächen.

Die erste Vorsitzende, Renate Rahn aus Meggerdorf, freute sich, dass etwa ein Drittel der 186 Mitglieder der persönlichen Einladung gefolgt waren. „KUNO“ betreut eine Fläche von 6400 Hektar, die sich an der Treene von Hollingstedt bis Schwabstedt entlang zieht sowie die Köge von Börm und Meggerdorf bis hin nach Hamdorf umfasst. Es handelt sich dabei um hervorragende Nahrungs- und Brutgebiete für diverse Vogelarten.

Geschäftsführerin Martina Bode ging in ihrem Jahresbericht schwerpunktmäßig auf das Artenschutzprogramm „Gemeinschaftlicher Wiesenvogelschutz“ ein. Es ist ein wichtiges Mittel, um die Forderungen der EU- Richtlinie Natura 2000 umzusetzen. Landwirte, auf deren Flächen Kiebitze, Uferschnepfen, Rotschenkel oder große Brachvögel brüten, erhalten dabei Ausgleichszahlungen, wenn sie ihre Bewirtschaftung dem Brutgeschehen anpassen, da die Vögel auf bewirtschaftetes Grünland angewiesen sind. 2013 konnte das Programm deutlich ausgeweitet werden.

Insgesamt nahmen in der Eider-Treene-Sorge-Niederung 88 Landwirte teil. Es gab 310 Hektar mit Bewirtschaftungseinschränkungen, 417 Wiesenvogelgelege wurden geschützt und 91.000 Euro an Ausgleichsmitteln gezahlt. Erfolgreich fiel auch die Jahresbilanz für das auf die Region zugeschnittene Vertragsnaturschutzmuster „Grünlandwirtschaft Eider-Treene-Sorge“ aus, das von „KUNO“ entwickelt wurde. Es läuft derzeit als Pilotprojekt mit fünf Teilnehmern.

Ab 2015 soll es als ratifi ziertes Vertragsnaturschutzprogramm weitergeführt werden. Es haben bereits sechs weitere Landwirte starkes Interesse bekundet, ab dem nächsten Jahr daran teilzunehmen. „Wir sehen immer wieder, dass die Grünlandwirte gebraucht werden, um die Richtlinien der EU im Natura 2000-Gebiet Eider-Treene-Sorge-Niederung umzusetzen“, so Martina Bode.

Eine enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz ist zwingend notwendig, und Bewirtschaftungseinschränkungen werden deshalb honoriert. Der Naturschutz ist für die teilnehmenden Landwirte inzwischen zu einem Standbein mit kalkulierbaren Einkünften für ihre wachsenden Betriebe geworden. Bei den fälligen Vorstandswahlen wurde Hans-Peter von Lanken als Vertreter der Landwirtschaft bestätigt.

Günther Bethke aus Könighügel übernahm den Posten als Vertreter der Gemeinden von Jürgen Holtorf aus Hamdorf, der bei den Kommunalwahlen 2013 nicht mehr kandidiert hatte. Die Finanzierung des Vereins erfolgt zu 75% durch Landes- und EU-Mittel, während sich der Eigenanteil aus Mitgliederbeiträgen, Zahlungen der Ämter und aus Spenden zusammensetzt. Ab 2015 entfällt allerdings der Beitrag des Amtes Kropp-Stapelholm. „Es wird schwierig sein, dies auszugleichen“, so Renate Rahn.

Durch die Aktivitäten des Vereins habe sich die Natura 2000-Prämie für Landwirte in der Region von 80 auf 150 Euro pro Hektar erhöht. Diese Erhöhung sei sehr wichtig, da der Nutzungsdruck auf die Grünlandflächen in den letzten Jahren stärker geworden sei. Ein Landwirt merkte kritisch an, dass viele Landwirte gerne dieses Geld nähmen, aber dem Verein nicht beiträten.

Dabei sei doch der Jahresbeitrag von zwei Euro/Hektar wirklich tragbar. Wo bleibt die Solidarität?! (VSt.)


- Auszug aus "Region Kropp-Stapelholm aktuell" vom April 2014 -

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