Denk’ ich an Rheide

(Klein Rheide, 18.12.2007) Eine friedliche Ruhe herrscht heute über den weiten Wiesen und Weiden an der Rheider Au...

Sie hatte sich am Ende der Eiszeit vom abfließenden Wasser des Geestrückens einen Weg nach Westen zur Treene gebahnt und war ein stiller, schmaler Bach geworden. Als die Wikinger in Haithabu noch regen Handel trieben, erlebte er unruhige Zeiten. Die „Olde Aw“ durchfloss ein Sumpfgebiet vor dem mächtigen Danewerk. Die Wälle bildeten mit dem schwer zu überwindenden Vorland eine ideale Verteidigungsanlage der Dänen. Trotzdem konnte sie den Feinden aus dem Süden nicht immer standhalten. Der Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus überlieferte von einem Kriegszug des Ludolfingers Heinrich I im Jahre 934: „Nachdem Heinrich alle Völker im Umkreis besiegt hatte, zog er mit seinem Heer gegen die Dänen. Er besiegte sie am Danewerk... So steckte er die Grenzen des Reiches an der Au fest.“ Im Jahre 934 war also die Rheider Au die Nordgrenze des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Eine weitere Schlacht fand 974 statt, in der Kaiser Otto eine „neue Geheimwaffe“ anwandte: Er ließ brennende Fässer gegen die hölzernen Durchgangstore des Danewerks rollen. Feuer, Hitze und beißender Rauch zermürbten die Verteidiger: „Der Kaiser ging mit seinen Leuten über die Brücke, die sie über die Gräben (Au) gelegt hatten, und dann gingen sie über die ganze Brandstätte, die jetzt gelöscht und kalt war.“

Am 28. September 1043 besiegte Dänenkönig Magnus die Wenden, die bis zur Lürschauer Heide vorgedrungen waren: „Die Wasserläufe waren derart mit Erschlagenen bedeckt, dass das Wasser stockte und die Christen trockenen Fußes hinüberschreiten konnten.“ Adam von Bremen nannte 15.000 tote Wenden. Das sind nur ein paar Überlieferungen aus der Fülle der blutigen Kämpfe an der Au. Die Gegend blieb ein Tummelplatz feindlicher Heere.

Wann kam friedliches Leben hierher? Die älteste Urkunde in lateinischer Schrift „Diplomatarium Danicum“ ist von 1337 datiert. In ihr werden Ländereien eines Sigfred Sehested in Lutken Reyde beschrieben. Wenn Klein Rheide genannt wird, dürfte es auch ein Groß Rheide gegeben haben. Die beiden Dörfer dürfen wohl nach der Gründung Kropps (etwa 1226) entstanden sein, als hier die ersten Crooper Siedler Fische aus der damals fischreichen Au zogen, um die Menschen zu ernähren.

Zum letzten Mal verteidigten die Dänen ihr Land an Au und Danewerk gegen die Preußen und Österreicher 1864. 1920 war die Rheider Au die südliche projektierte Grenze bei der Abstimmung nach dem 1.Weltkrieg. (khv)


Quelle: Amt Kropp aktuell
Ausgabe Dezember 07 & Januar 08

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